Inklusion beginnt in der Sprache: Was barrierefreie Kommunikation für Unternehmen bedeutet
- Wertschätzende Sprache ist kein Detail: Wie du über Menschen sprichst, entscheidet darüber, ob du inkludierst oder ausschließt.
- Fehlende barrierefreie Kommunikation ist ein zentraler Grund für Ausgrenzung — das gilt auch für Unternehmenskommunikation (Aktion Mensch, 2026).
- Seit 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz: Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 100.000 Euro geahndet werden (§ 37 BFSG).
Barrierefreie Kommunikation klingt nach einem Spezialthema. Ist es nicht. Es geht darum, wer deine Website versteht, wer deinen Kundenservice nutzen kann und wer bei deinem Unternehmen überhaupt ankommt. Für viele Unternehmen ist das 2026 erstmals auch eine Compliance-Frage.
Inklusion beginnt nicht nur im Content, sondern auch in Entscheidungen. Wenn du sie praktisch angehen willst: business.includo.net
In diesem Beitrag erfährst du:
- Was barrierefreie Kommunikation im Unternehmen wirklich bedeutet
- Warum das Thema 2026 für Unternehmen akut wird
- Leichte Sprache, Einfache Sprache, BFSG: Was wirklich gilt
- Sprache ist nicht neutral: Warum Begriffe über Wertschätzung entscheiden
- Warum verständliche Kommunikation über Teilhabe entscheidet
- Warum barrierefreie Sprache auch ein Business Case ist
- Soziale Teilhabe im Unternehmen: mehr als Kommunikation
- Soziale Teilhabe erlebbar machen, auch im Einkauf
Was barrierefreie Kommunikation im Unternehmen wirklich bedeutet
Barrierefreie Kommunikation umfasst mehr als technische Zugänglichkeit. Sie bedeutet, Inhalte so zu gestalten, dass sie für Menschen mit unterschiedlichen kognitiven, sensorischen und sprachlichen Voraussetzungen verständlich, auffindbar und nutzbar sind."Barrierefreie Kommunikation bedeutet, Inhalte verständlich, auffindbar und nutzbar zu gestalten, für Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen."
Mit der DIN SPEC 33429 gibt es seit Februar 2025 erstmals einen konkreten Standard für Leichte Sprache in Deutschland (Bundesfachstelle Barrierefreiheit, 2025: www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de). Er bietet Unternehmen eine klare Orientierung.
Wenn du den Begriff Inklusion im Unternehmenskontext sauber einordnen willst: Was Inklusion bedeutet und warum Sprache der Anfang ist
Warum das Thema 2026 für Unternehmen akut wird
"Seit dem 28. Juni 2025 ist Barrierefreiheit für viele Unternehmen kein freiwilliges Thema mehr, sondern geltendes Recht mit Bußgeldrisiko."
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für viele digitale Produkte und Dienstleistungen. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern von bis zu 100.000 Euro geahndet werden (§ 37 BFSG: www.gesetze-im-internet.de).
Damit wird Barrierefreiheit erstmals zu einem klaren Compliance-Thema mit finanziellen Risiken. Die Marktüberwachung läuft, und der politische Druck wächst.
Wie Inklusion in Deutschland insgesamt steht, zeigt dieser Überblick: Inklusion in Deutschland: Wo stehen wir?
Leichte Sprache, Einfache Sprache, BFSG: Was wirklich gilt
"Leichte Sprache ist für öffentliche Stellen Pflicht. Für Unternehmen gilt das aktuell nicht, aber barrierefreie Informationszugänge schon."
Hier lohnt sich Präzision. Leichte Sprache ist für öffentliche Stellen verpflichtend (Portal Barrierefreiheit). Für Unternehmen gilt das aktuell nicht.
Das BFSG schreibt keine pauschale Nutzung von Leichter oder Einfacher Sprache vor. Es verlangt aber barrierefreie Informationszugänge für bestimmte digitale Angebote. Wie die Umsetzung konkret aussehen kann, zeigt coma AG in diesem Praxisleitfaden: Leichte Sprache: So werden Texte barrierefrei. Für dich als Unternehmen heißt das vor allem, zu prüfen, wo Verständlichkeit konkret erforderlich ist, und dort konsequent umzusetzen.
Sprache ist nicht neutral: Warum Begriffe über Wertschätzung entscheiden
"Wie wir über Menschen sprechen, prägt, wie wir sie wahrnehmen und ob wir sie einschließen oder ausschließen."
Barrierefreie Kommunikation ist nicht nur eine Frage von Verständlichkeit. Sie ist auch eine Frage von Haltung.
Ein Beispiel aus der Praxis: Statt von „Behinderten" spricht man heute von „Menschen mit Behinderung". Der Unterschied ist grundlegend. Der Begriff „der Behinderte" reduziert den Menschen auf seine Eigenschaft und klingt darüber hinaus sehr abwertend. Der Begriff „Mensch mit Behinderung" stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Dieses Prinzip nennt man Person-first-Sprache.
Auch der veraltete Begriff „Behindertenwerkstatt" wurde inzwischen durch die Bezeichnung „Werkstatt für behinderte Menschen" ersetzt (WfbM). Wir bei includo finden aber die moderne Variante „soziale Werkstatt" am schönsten, weil sie die größte Wertschätzung ausdrückt und die Eigenschaft der Behinderung weniger stark in den Vordergrund stellt.
Für Unternehmen zeigt sich das ganz praktisch in Website-Texten, Stellenausschreibungen, interner Kommunikation und Produktbeschreibungen. Sprache kann inkludieren oder ungewollt ausschließen, oft ohne dass es jemandem bewusst ist.
Warum verständliche Kommunikation über Teilhabe entscheidet
"Sprache entscheidet direkt darüber, wer Zugang zu Informationen, Produkten und Services erhält."
Ein aktuelles Förderprojekt der Aktion Mensch macht es deutlich: Fehlende barrierefreie und diskriminierungsfreie Kommunikation ist ein zentraler Grund für Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen (Aktion Mensch, 2026: aktion-mensch.de).
Das ist ein Beispiel, keine repräsentative Studie. Aber es macht sichtbar, worum es im Kern geht: Wer nicht verstanden wird, ist ausgeschlossen.
Warum barrierefreie Sprache auch ein Business Case ist
"Wer klarer kommuniziert, macht seine Angebote zugänglicher und oft auch erfolgreicher."
Verständliche Kommunikation erreicht mehr Menschen als man zunächst denkt. Sie unterstützt Menschen mit Lern- und Leseschwierigkeiten, geringen Deutschkenntnissen und altersbedingten Einschränkungen, also eine deutlich größere Zielgruppe als oft angenommen (Aktion Mensch: Was ist Inklusion? In Leichter Sprache).
Wer klarer kommuniziert, macht seine Angebote zugänglicher und erschließt gleichzeitig Reichweite, die bisher unadressiert blieb.
Soziale Teilhabe im Unternehmen: mehr als Kommunikation
"Barrierefreie Kommunikation ist oft der Einstieg. Dann folgen die eigentlichen Fragen zu Prozessen, Produkten und Strukturen."
Barrierefreie Kommunikation ist oft der Einstieg in ein größeres Thema. Wer anfängt, Sprache bewusst zu gestalten, stößt schnell auf weiterführende Fragen: ob Prozesse wirklich zugänglich sind, ob Produkte von allen genutzt werden können und wen das Unternehmen strukturell noch ausschließt. Soziale Teilhabe wird damit zu einer unternehmensweiten Aufgabe.
Ein konkreter Hebel dabei: Ausgleichsabgabe: Was Unternehmen wissen müssen
Soziale Teilhabe erlebbar machen, auch im Einkauf
"Inklusion zeigt sich nicht nur in Worten, sondern in Entscheidungen."
Wer barrierefrei kommuniziert, kann den nächsten Schritt gehen und soziale Teilhabe in der eigenen Wertschöpfung sichtbar machen. Ein konkreter Einstieg ist die gezielte Auswahl sozialer Lieferanten und Produkte.
Als includo haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, zu zeigen, was Inklusionsbetriebe und soziale Werkstätten als Partner alles leisten können.
Mit dir zusammen können wir die Welt etwas freundlicher gestalten. business.includo.net
Fazit: Barrierefreie Kommunikation ist eine Haltung, die sich auszahlt
"Wer verständlicher kommuniziert, erreicht mehr Menschen, erfüllt regulatorische Anforderungen und stärkt die eigene Marke."
Barrierefreiheit beginnt bei Technik und Prozessen, zeigt sich aber oft zuerst in der Sprache. Wer bewusster formuliert, inkludiert nicht nur, sondern positioniert sich als Unternehmen, das Haltung zeigt. Die Frage ist nicht, ob du dich damit beschäftigst. Sondern wie früh.
FAQ
Was bedeutet barrierefreie Kommunikation für Unternehmen?
Inhalte so gestalten, dass möglichst viele Menschen sie verstehen und nutzen können. Für bestimmte digitale Angebote ist das seit 2025 auch gesetzlich relevant.
Muss meine Website Leichte Sprache anbieten?
Für öffentliche Stellen gilt das. Für Unternehmen aktuell nicht. Das BFSG verlangt aber barrierefreie Informationszugänge für bestimmte digitale Angebote (Portal Barrierefreiheit).
Was ist der Unterschied zwischen Leichter und Einfacher Sprache?
Leichte Sprache folgt festen Regeln und ist für Menschen mit Lernschwierigkeiten gedacht. Einfache Sprache ist flexibler und für ein breiteres Publikum geeignet. Seit Februar 2025 gibt es mit der DIN SPEC 33429 einen offiziellen Standard (Bundesfachstelle Barrierefreiheit, 2025).
Welche Konsequenzen drohen bei Verstößen gegen das BFSG?
Verstöße können als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern von bis zu 100.000 Euro geahndet werden (§ 37 BFSG).
Heißt es Behindertenwerkstatt oder Werkstatt für behinderte Menschen?
Viele Menschen suchen online noch nach Begriffen wie „Behindertenwerkstatt". Wir verwenden diesen Begriff nicht als eigene Bezeichnung, weil er Menschen auf ihre Behinderung reduziert und eher einen abwertenden Charakter hat. Fachlich sprechen wir von Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM). Am liebsten verwenden wir aber die moderne Bezeichnung „soziale Werkstätten", weil diese Formulierung unserer Meinung nach die größte Wertschätzung ausdrückt und die Behinderung nicht so in den Vordergrund stellt.
Wichtig für Unternehmen ist vor allem: Nur bei anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) kann die ausgewiesene Arbeitsleistung unter bestimmten Voraussetzungen auf die Ausgleichsabgabe angerechnet werden.
Wie kann mein Unternehmen mit barrierefreier Kommunikation starten?
Eigene Betroffenheit durch das BFSG prüfen, bestehende Inhalte auf Verständlichkeit testen, Sprache in Stellenanzeigen und Produkttexten bewusst gestalten und das Thema strukturell verankern.
Quellen zum Artikel
- Aktion Mensch: Barrierefreie Kommunikation
https://www.aktion-mensch.de/inklusion/bildung/impulse/barrierefreiheit/barrierefreie-kommunikation - Aktion Mensch: Was ist Inklusion? In Leichter Sprache
https://www.aktion-mensch.de/leichte-sprache/was-ist-inklusion - Bundesfachstelle Barrierefreiheit: Leichte Sprache und DIN SPEC 33429
https://www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de/DE/Fachwissen/Information-und-Kommunikation/Leichte-Sprache/leichte-sprache_node.html - Portal Barrierefreiheit: Digitale Barrierefreiheit
https://www.barrierefreiheit-dienstekonsolidierung.bund.de/Webs/PB/DE/barrierefreie_it/digitale-barrierefreiheit/digitale-barrierefreiheit-node.html - § 37 BFSG — Barrierefreiheitsstärkungsgesetz
https://www.gesetze-im-internet.de/bfsg/__37.html - coma AG (2025): Leichte Sprache — So werden Texte barrierefrei
https://www.coma.de/magazin/barrierefreiheit-leichte-sprache#inhalte-wichtig
Die im Artikel verwendeten Bilder wurden mithilfe generativer KI erstellt.




